Etwa ein Drittel seines Lebens verbringt der Mensch mit Schlafen. Wie wichtig der Schlaf in Wirklichkeit ist, wird einem erst bewusst, wenn dieser gestört ist. In Deutschland leiden ca. 8 Millionen Menschen an schweren Schlafstörungen. Die Beschwerden können vielfältig sein: verminderte Schlafqualität, nicht erholsamer Schlaf, Schnarchen, Atemaussätzer, morgendliche Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen, Tagesmüdigkeit, Konzentrationsstörungen.

Schlafstörungen können viele Erkrankungen verursachen oder verschlimmern. Vor allem ein Schlafapnoe-Syndrom (nächtliche Atemaussetzer) erhöht das Risiko der Herz-Kreislauf-Erkrankungen bis hin zum Herzinfarkt oder Schlaganfall. Schlafstörungen beeinflussen unter anderem das Allgemeinbefinden. Anhaltende Schlafstörungen sind zudem ein Risikofaktor für das Auftreten einer affektiven Störung (Angsterkrankungen, Depressionen).

Die Ursachen für die Schlafstörungen sind vielfältig und können oft erst durch eine Untersuchung im Schlaflabor abgeklärt werden. Unser Schlaflabor verfügt über 6 Einzelzimmer mit Ableiteplätzen. Die Ableiteplätze sind mit modernsten Polysomnographie-Geräten ausgestattet. Die Untersuchungen werden vorwiegend vorstationär durchgeführt, d.h. die Patienten kommen nur für die Nachtuntersuchung in die Klinik und müssen für die Zeit der Untersuchung nicht krankgeschrieben werden. Bei schwer kranken Patienten oder wenn eine zusätzliche Tagesuntersuchung zur Abklärung einer Tagesmüdigkeit erforderlich ist, werden die Patienten stationär für die Dauer von 2-3 Tagen aufgenommen.

Die Hauptuntersuchungmethode im Schlaflabor ist die sog. Polysomnographie, die Untersuchung des Schlafablaufes. Diese findet in Einzelzimmern statt. Die kabellose Datenübertragung ermöglicht uneingeschränkte Bewegungsfreiheit während der Untersuchung. Während der Nacht werden mittels angeklebten Sensoren (Elektroden) die Schlafstruktur (Elektroenzephalographie, Registrierung der elektrischen Hirnaktivität), die Augenbewegungen (EOG) und der Muskeltonus (EMG) sowie die nächtliche Atmung (Sauerstoffsättigung, Atemfluss und Atembewegungen, Schnarchen), ein EKG und die Körperbewegungen des Patienten aufgezeichnet.

Die überwiegende Anzahl der Patienten wird im Schlaflabor aufgrund von Tagesmüdigkeit und Verdacht auf nächtliche Atemaussetzer untersucht. Meistens sind hierbei zwei Nachtuntersuchungen erforderlich. Im Vorfeld der Nachtuntersuchung muss eine ambulante Screening-Untersuchung (sog. Polygraphie) erfolgen. Im Schlaflabor selbst wird in der ersten Nacht (diagnostische Nacht) untersucht, ob eine nächtliche Atemtherapie erforderlich ist. Sollte dies der Fall sein, erfolgt in der zweiten Nacht die Einstellung der nächtlichen Atemtherapie (Therapienacht). 

In den meisten Fällen handelt es sich um eine sogenante CPAP-Behandlung (CPAP = Abkürzung für englisch Continuous Positive Airway Pressure). Diese ist ist eine Beatmungsform, die die Spontanatmung des Patienten mit einem dauerhaften Überdruck kombiniert. Der Patient kann seine Atemtiefe, Atemfrequenz und auch den Flow (Luftdurchfluss) selbst bestimmen. In selteneren Fällen ist eine BiPAP-Therapie (BiPAP = Abkürzung für englisch Biphasic Positive Airway Pressure) erforderlich. Diese ist ist eine Beatmungsform, die sowohl eine kontrollierte als auch eine unterstützte, in jeder Beatmungsphase ungehinderte, Spontanatmung ermöglicht.

Die Mitarbeiterinnen im Schlaflabor verfügen im Weiteren über langjährige Erfahrung in der Behandlung von neurologischen schlafbezogenen Erkrankungen wie Parasomnien (REM-Schlaf-Störungen, Pavor nocturnus, Schlafwandeln etc.), Narkolepsie, Restless-legs-Syndrom, Verschiebung der Schlafphasen, Differenzierung von Hypersomnien (Tagesschläfrigkeit und Müdigkeit), um einige zu nennen.