Klinikum Landkreis Erding etabliert sich als Kompetenzstandort für Bluthochdruck- und Herzinsuffizienztherapie

Chefarzt für Kardiologie und Pneumologie PD Dr. Lorenz Bott-Flügel (links) und Chefarzt für Gefäßchirurgie Dr. Mojtaba Sadeghi

Das Klinikum Landkreis Erding gehört zu den wenigen Kliniken in Bayern, die Bluthochdruck-Patientinnen und -Patienten mit besonders schwer einstellbarem Blutdruck eine fortschrittliche Behandlungskombination anbieten können. Der Ärztliche Direktor und Chefarzt der Kardiologie, Priv.-Doz. Dr. Lorenz Bott-Flügel, setzt auf die renale Denervierung – ein minimalinvasives, katheterbasiertes Verfahren zur Senkung des Blutdrucks, wenn herkömmliche medikamentöse Therapien keine ausreichende Wirkung zeigen.

Bei der renalen Denervierung werden feine Nervenfasern in den Nierenarterien, die für die Weiterleitung von blutdrucksteigernden Signalen verantwortlich sind, durch gezielte Radiofrequenz-Energie dauerhaft deaktiviert. Der Eingriff erfolgt über einen Katheter, der über die Leistenarterie eingebracht wird, und dauert in der Regel unter einer Stunde. Die Methode ist sicher, gut verträglich und führt bei einem großen Teil der Patientinnen und Patienten zu einer signifikanten und langfristigen Blutdrucksenkung.

Wenn auch diese Maßnahme nicht ausreicht, bietet das Klinikum eine weitere, hochspezialisierte Behandlungsoption: das Barostim-Verfahren. Damit ist das Klinikum Landkreis Erding eines von nur drei zertifizierten Barostim-Zentren in Bayern. Die bayernweit erstmalige Implantation erfolgte im Mai 2013 durch Dr. med. Mojtaba Sadeghi, Chefarzt der Gefäßchirurgie, und markierte einen medizinischen Meilenstein im Landkreis.

Das Barostim-System ist für Patientinnen und Patienten gedacht, die unter schwer behandelbarem Bluthochdruck oder chronischer Herzschwäche leiden. Bei ihnen helfen weder Medikamente noch andere Behandlungen wie die Nervenverödung an den Nieren (renale Denervierung) ausreichend.

Das System besteht aus einem kleinen Gerät (Impulsgenerator) und einem Kabel (Elektrode). Beides wird in der Nähe der Halsschlagader eingesetzt – an einer Stelle, wo wichtige Messfühler (Barorezeptoren) sitzen. Diese reagieren auf den Blutdruck.Durch schwache elektrische Impulse werden diese Rezeptoren angeregt. Das beruhigt bestimmte Nerven im Körper, die sonst zu aktiv sind. Dadurch sinkt der Blutdruck und das Herz wird entlastet.

„Bluthochdruck ist nach wie vor der häufigste Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und betrifft allein in Deutschland bis zu 30 Millionen Menschen“, betont PD Dr. Bott-Flügel. „Unser Anspruch ist es, auch jenen Patienten zu helfen, bei denen alle gängigen Therapien nicht mehr ausreichen – dafür haben wir in Erding die passenden Verfahren und die nötige Expertise.“

Bei chronischer Herzinsuffizienz, einer Erkrankung mit hoher Sterblichkeit und wiederholten Krankenhausaufenthalten, kann das Barostim-System ebenfalls die Symptome lindern: Es verbessert die Belastbarkeit und Lebensqualität, indem es das autonome Gleichgewicht des Körpers wiederherstellt.

Die Implantation erfolgt unter Vollnarkose und dauert etwa eine Stunde. Im Anschluss wird das System individuell programmiert. Mit der Kombination aus moderner Kathetermedizin und innovativer Neurostimulation bietet das Klinikum Landkreis Erding fortschrittliche Behandlungsmöglichkeiten bei Hochdruck und Herzinsuffizienz in Bayern.

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