Klinikum Landkreis Erding gestaltet Angehörigenzimmer auf Intensivstation mithilfe des Fördervereins

Ein Krankenhausaufenthalt, insbesondere auf einer Intensivstation (ICU), stellt für alle Beteiligten eine extreme Ausnahmesituation dar. Um den Angehörigen in dieser emotional hochbelasteten Zeit einen geschützten Rückzugsort zu bieten, hat das Klinikum Landkreis Erding ein neu gestaltetes Besucher- und Gesprächszimmer in der Intensivstation geschaffen. Die moderne Ausstattung wurde vollständig durch den Förderverein des Klinikums finanziert, was durch die großzügige Unterstützung einer engagierten Erdingerin möglich wurde, die anonym bleiben möchte.

Landrat Martin Bayerstorfer unterstreicht die Wichtigkeit dieser Neuerung und ordnet sie in das Gesamtkonzept der Klinik ein: „Die Einbindung der Angehörigen ist ein essenzieller Bestandteil einer patientenzentrierten Intensivmedizin. Wenn ein geliebter Mensch schwer erkrankt oder nach einem Unfall auf der Intensivstation liegt, stehen die Angehörigen unter enormem psychischem Druck. Sie schwanken zwischen Hoffnung und Angst, müssen oft schwierige Entscheidungen treffen und sind dabei eine unverzichtbare Säule im Genesungsprozess der Patienten. Der neue Raum soll ihnen eine wohnliche Atmosphäre während des Klinikbesuchs bieten.“

Dank der finanziellen Mittel des Fördervereins konnte der tageslichtdurchflutete Raum komplett neugestaltet werden und verfügt nun über einen komfortablen Sessel mit Liegefunktion, einen neuen Gesprächstisch sowie moderne Stühle und ein ansprechendes Wandbild. Damit bietet das Zimmer den passenden Rahmen für vertrauliche und oft emotional belastende Gespräche zwischen dem ärztlichen sowie pflegerischen Intensivpersonal und den Familien. Hervorzuheben die Kontinuität der privaten Unterstützung. Dieselbe Spenderin, die nun die Raumgestaltung ermöglichte, hatte bereits in der Vergangenheit einen wesentlichen Beitrag zur Anschaffung eines Kolposkops für die Abteilung Gynäkologie und Geburtshilfe geleistet.

Die Modernisierung des Zimmers ist Teil der ständigen Weiterentwicklung des Klinikums, das bereits 2013 als erstes Krankenhaus in ganz Bayern die Zertifizierung als „Angehörigenfreundliche Intensivstation“ der Deutschen Gesellschaft für Fachkrankenpflege und Funktionsdienste e.V. (DGF) erlangte. Im Jahr 2024 konnte die Rezertifizierung erneut erfolgreich abgeschlossen werden. Damit behauptet das Klinikum Landkreis Erding ein deutliches Alleinstellungsmerkmal in der Region, da es im Zuständigkeitsbereich der Integrierten Leitstelle Erding, zu dem auch die Landkreise Ebersberg und Freising gehören, das einzige Krankenhaus mit dieser Auszeichnung ist. Bayernweit tragen lediglich 29 Kliniken dieses Qualitätssiegel.

Die Zertifizierung garantiert Standards, die über das übliche Maß hinausgehen. Dazu gehören flexible Besuchszeiten sowie eine besonders transparente Kommunikation, bei der die Ärztinnen und Ärzte gemeinsam mit den Fachgesundheits- und Krankenpflegenden (FGKP) die Familien regelmäßig über den Gesundheitszustand informieren. Zudem wird den Angehörigen die Möglichkeit geboten, sich nach Wunsch aktiv an der Pflege zu beteiligen, um eine vertraute Umgebung für die Patienten zu schaffen. Ergänzt wird dieses Angebot durch psychosoziale Unterstützung wie Seelsorge oder gezielte Informationen über Krankheitsbilder, wobei die speziell gestalteten Ruhezonen nun den notwendigen physischen Raum bieten.

„Team Intensivstation“
hinten v.l.: Robert Bayer (Assistenzarzt), Sonja Roth (Gesundheits- und Krankenpflegerin GKP), Rosmarie Zachenhuber (GKP)
vorne v.l.: Dr. Ludwig Rudolf (Vorsitzender Förderverein Landkreis Erding), Maria Els (2. Vorsitzende Förderverein Klinikum Landkreis Erding), Ursula Wahl (Pflegeleitung ICU/IMC/SAE), Tobias Fröhlich-Rehfeld (ltd. Oberarzt ICU), Anja Rührmeyer (Fachgesundheits- und Krankenpflegerin FGKP), Franziska Sellmaier (FGKP), Theresa Rott (FGKP)

 

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