Das kompetente Team der Sportorthopädie/ Kniechirurgie

Sektionsleiter Oberarzt Michael Mörtl und Assistenzarzt Dr. med. Felix Förschner.

Oberarzt Michael Mörtl
Oberarzt Michael Mörtl
Dr. Felix Förschner
Dr. Felix Förschner

Ein Schwerpunkt unserer Abteilung für Orthopädie und Unfallchirurgie ist die Sportorthopädie und Sporttraumatologie. Diese befasst sich mit der Behandlung von akuten Sportverletzungen, aber auch sportinduzierten Überlastungen und dadurch bedingten chronischen Schäden am Bewegungsapparat.

Durch unser Team der Sportorthopädie behandeln wir sowohl Breiten- und Hobbysportler jeden Alters, als auch Leistungssportler.

Zur Vorstellung von sportorthopädischen Patienten haben wir eine spezielle Sprechstunde eingerichtet, welche von Sektionsleiter Oberarzt Michael Mörtl und seinem Team durchgeführt wird.

Kniegelenk Behandlungsspektrum

Arthroskopie - Meniskuschirurgie

Die beiden Menisken (Innen- und Außenmeniskus) übernehmen eine wichtige Funktion bei der Lastübertragung des Kniegelenkes. Im Falle einer Schädigung des Meniskus können Schmerzen bei Belastung (z.B. Drehbewegungen bei gebeugtem Kniegelenk) auftreten.

Die Meniskus-Chirurgie wird heutzutage praktisch ausschließlich mittels einer Gelenkspiegelung (Arthroskopie) durchgeführt. Unter Arthroskopie versteht man die Untersuchung und Behandlung von Gelenken in Schlüssellochtechnik mit einer speziellen Minikamera. Dabei wird über einen kleinen Schnitt eine Optik (Arthroskop) in das Gelenk eingeführt und der Gelenkinnenraum auf einem Bildschirm vergrößert dargestellt. So kann der gesamte Gelenkinnenraum mit den Menisken, Kreuzbändern, der Gelenkinnenhaut sowie dem Knorpel begutachtet werden. Über einen zweiten kleinen Schnitt kann der Operateur unterschiedliche Operationsinstrumente einsetzen, um die Verletzung im Gelenk unter Kamerasicht zu beheben. So können zum Beispiel Meniskusrisse je nach Ausdehnung und Lage, mittels spezieller Instrumente genäht werden um die Funktion des Meniskus zu erhalten. Da nicht jeder Riss eine Naht erlaubt, wird in bestimmten Fällen eine sparsame Teilentfernung notwendig.

Kreuzbandplastik

Die vordere Kreuzbandruptur zählt zu den häufigsten, leider auch zu den schwersten Verletzungen des Kniegelenks. Typische Verletzungsmechanismen des Kreuzbandrisses sind Rotationsbewegungen des Beines bei fixiertem Unterschenkel (Fußball, Skifahren). Verletzungen der Kreuzbänder betreffen in etwa 90% der Fälle das vordere Kreuzband.

Die Behandlung erfolgt beim jungen sportlich aktiven Menschen in der Regel operativ da die bestehende Instabilität im Laufe der Zeit Meniskus- und Knorpelschäden zur Folge hat und damit häufig zur Entstehung einer Arthrose (Gelenkverschleiß) führt.

Das gerissene vordere Kreuzband wird im Rahmen einer minimalinvasiven arthroskopischen Operation durch eine körpereigene Sehne ersetzt. Hierbei werden über einen kleinen Schnitt eine oder zwei Sehnen (Semitendinosus und Gracilis) von der Oberschenkelrückseite entnommen und damit das Kreuzband rekonstruiert. Der Vorteil dieser Sehnen ist die sehr hohe Stabilität sowie die schonende und kosmetisch günstige Transplantatentnahme über einen kleinen Hautschnitt. Diese Technik ermöglicht eine frühfunktionelle Nachbehandlung.

Kniescheibeninstabiliät (Patellaluxation)

Nach einer Ausrenkung der Kniescheibe (sog. Patellaluxation) kommt es meist zu einer Instabilität der Kniescheibe, wobei diese immer wieder „herausspringt“. Neben einer deutlichen Einschränkung für den Patienten beim Sport oder auch im Alltag kommt es zu einem zunehmenden Abrieb des Knorpels im Bereich der Kniescheibenrückfläche. Insbesondere bei jüngeren Patienten wird daher eine operative Stabilisierung der Kniescheibe empfohlen. Die häufigste Operationsmethode ist hierbei der Ersatz des Haltebandes der Kniescheibe (sog. mediales patellofemorales Ligament, MPFL) mit einer körpereigenen Sehne (Gracilis).

Knorpeltherapie

Knorpelschäden am Kniegelenk können durch akute Verletzung, chronische Überbelastung oder eine Durchblutungsstörung entstehen. Je nach Ausprägung des Schadens kann es von leichten repetitiven Schmerzen und Kniegelenksschwellungen bis hin zur totalen Immobilisation führen. Da Knorpelgewebe unter anderem keine Blutgefäße besitzt, kann ein Defekt nicht von alleine heilen. Daher kann in bestimmten Fällen eine operative Therapie empfohlen werden. Insbesondere unfallbedingte Knorpelschäden können durch arthroskopische Verfahren erfolgreich therapiert werden.

Knorpelglättung

Durch die Abtragung und Entfernung von fransigen, zum teil abgelösten Knorpelanteilen wird die Knorpeloberfläche geglättet und somit entzündliche Prozesse im Gelenk reduziert. Eine Knorpelreparation wird hierdurch nicht erreicht.

Knochenmarkstimmulierende Verfahren (Mikrofrakturierung)

Bei kleinen Knorpeldefekten mit einer Flächenausdehnung von bis zu 1 x 1,5 cm wird die so genannte Mikrofrakturierung angewendet, wobei mit einem Spezialinstrument die Oberfläche des unter dem Knorpel liegenden Knochens eröffnet wird. Durch die Eröffnung des Knochens kommt es zur Freisetzung von Knochenmarksstammzellen welche die Bildung eines knorpelähnlichen Ersatzgewebes veranlassen. In manchen Fällen kann es notwendig sein, den Defekt nach einer Mikrofrakturierung mittels einer Membran zu verschließen, um die neuen Zellen an Ort und Stelle zu fixieren. Diese Technik kann vollständig in Rahmen einer Gelenkspiegelung durchgeführt werden.

Knorpel-Knochentransplantation

Bei bestimmten Durchblutungsstörungen des Knorpels und des darunterliegenden Knochens (Osteochondrosis dissecans) kann durch die Transplantation von körpereigenen Knorpel-Knochenzylindern der Schaden repariert werden. Die Knorpel-Knochenzylinder werden von weniger belastungstragenden Bereichen des Kniegelenks entnommen passgenau in den Defekt eingebracht.